Pfadfinden im VCP
Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist mit seinen etwa 47.000 Mitgliedern der zweitgrößte Pfadfinderverband in Deutschland. Als evangelischer Verband orientieren wir uns am Evangelium Jesus Christus und vermitteln Werte, die zu sozialem Verhalten befähigen. Wir sind offen für konfessionell anders- bzw. nicht gebundene Jugendliche.
Die Merkmale pfadfinderischer Arbeit in unserem Verband
Eine junge Gruppenleitung betreut eine Gruppe von gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen. In den Gruppenstunden spielen und basteln sie oder planen und führen Aktionen unter der Anleitung ihrer Gruppenleitung durch. Ideen werden gemeinsam diskutiert und umgesetzt. Hier lernen die Kinder, eine eigene Meinung zu bilden, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren. Die kleine Gruppe gibt ihnen Sicherheit, Geborgenheit und Rückhalt, erfordert aber auch Rücksichtnahme. So lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon früh soziales Verhalten, Selbstbewusstsein, Toleranz und damit Demokratiefähigkeit.
In den Gruppen des VCP sind Jungen und Mädchen in der Regel gemischt. So können beide Geschlechter früh lernen, ihre gesellschaftlich geprägten Rollen zu erkennen und zu verändern. Dazu ist die gleichgewichtige Beteiligung von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern an den Leitungsaufgaben im Verband nötig.
Führung im Dialog und die Mitverantwortung des Einzelnen
Wo es langgeht und was getan werden soll, entscheidet nicht die Gruppenleitung alleine. Wo es möglich und angebracht ist, zieht sie die Gruppe mit ein, um so möglichst zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen. Jeder Einzelne trägt somit eine Mitverantwortung für die Gruppe.
Pfadfinden ist ein Lernfeld. Im Unterschied zur Schule lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder durch praktisches Handeln: beim Ausprobieren eines neuen Spiels, dem Anzünden eines Lagerfeuers oder der Planung eines Ausflugs.
Die Anfänge der Pfadfinderbewegung
Mit einem Zeltlager im Jahre 1907 auf Brownsea Island fing
alles an. Der britische Offizier Robert Baden-Powell hatte beim Einsatz von
jungen Kundschaftern während seiner Dienstzeit in Südafrika erlebt, dass Kinder
und Jugendliche – im Gegensatz zur damals üblichen Auffassung – durchaus in der
Lage sind, Aufgaben verantwortungsvoll auszuführen. Das Camp mit britischen
Jungen auf Brownsea Island bestätigte seine Erfahrung nochmals. Seine Erkenntnisse
veröffentlichte „B. P.“ in dem Buch „Scouting for boys“. Dieses Buch wurde in
kürzester Zeit zu einem Bestseller. Junge Menschen auf der ganzen Welt
gründeten Gruppen, die nach diesem Buch arbeiteten.
1909 kam das Pfadfinden auch nach Deutschland. Die Jugendbewegung hatte schnell großen Zulauf. Unter den Nationalsozialisten wurden die Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände verboten – doch die Bewegung lebte im Untergrund weiter und blühte nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder auf.
Die größte Jugendbewegung der Welt
Heute gibt es weltweit in über 150 Ländern etwa 38 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Der VCP ist Mitglied im Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP) und im Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände (RDP) und somit anerkanntes Mitglied in den beiden Weltorganisationen: World Organization of the Scout Movement (WOSM) und World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS).
Weitere Informationen:
» Ringverbände in Deutschland (rdp)
» World Organization of the Scout Movement (WOSM)
» World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS)

