22. World Scout Jamboree in Schweden
Im Sommer 2011 fand das Jamboree in Schweden mit etwa 40.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt - und wir waren mit unserem Trupp „Kohte Kunterbunt“ dabei!
Hier folgt ein kleiner Rückblick, beginnend mit dem ersten Trupptreffen. Außerdem ist während unserer drei Wochen in Schweden ein kleiner Blog entstanden.
Eine kunterbunte Kohte auf dem Weg zum Wandel der Zeit
Schon einige Zeit liegt unser Abenteuer jetzt zurück. Und auch uns ist die Zeit rund um das Jamboree noch immer positiv in Erinnerung. Die Menschen, die Kulturen, das Gefühl von Freiheit und der Urlaub fernab der mies gelaunten Deutschen haben allen gut getan. Doch was bleibt von dem „Abenteuer unseres Lebens“?
Die Reise begann eigentlich schon beim ersten Trupp-Treffen. Als irgendwo im Wald 39 Pfadfinderinnen und Pfadfinder dabei waren, improvisierte Bären-Fallen zu bauen – man musste sich ja schließlich vorbereiten. Weil wir ohnehin zu diesem Zeitpunkt alle aus Wolfsburg kamen und uns zumindest bereits flüchtig kannten, verbrachten wir weniger Aufwand damit, uns gegenseitig vorzustellen, obwohl Steckbriefe zumindest auch bei uns ein Muss waren.
Von diesen Eskapaden an körperlicher Arbeit hatten wir uns beim nächsten gemeinsamen Treffen in Alfeld erst einmal zu erholen. Passend hierfür fanden wir uns in der „Villa Ruhe“ wieder, wo wir uns nicht nur gegenseitig noch näher kennenlernten, sondern auch unser noch weit entferntes Reiseziel.
Bei den nächsten beiden Trupp-Treffen war die Devise dann aber doch wieder Unterwegssein und so unternahmen wir in unseren Patrols einen Haijk und wir fuhren nach Berlin, um etwas über die Deutsche Geschichte ausfindig zu machen. Schließlich waren wir auch nicht mehr nur aus Wolfsburg, sondern hatten ein neues Gesicht bei uns: Friedemann aus Magdeburg. Alle zusammen gestalteten wir bei unserem vorletzten Treffen noch die zu unserem Namen passende „Kohte Kunterbunt“ und überlegten uns eine Trupp-Präsentation. Spätestens an dieser Stelle hatte die Vorfreude alle gepackt.
Insgesamt sechs Zusammenkommen konnten uns aber dennoch nicht annähernd erklären, was auf uns wartete und so staunten wir bereits auf dem VCP-Vorlager nicht schlecht, als wir uns auf Entdecker-Tour der verschiedenen deutschen Dialekte begaben.
Schließlich ging es aber doch weiter: auf nach Rinkaby! Dass die Reise wunderschön war, brauche ich vermutlich nicht extra zu erwähnen. Auch nicht, wie gut wir mittlerweile einander kannten. Zugegeben, auch wir hatten unsere kleinen Pannen. Doch trotz der täglich mit den selben Sachen zu leerenden Fundkiste und trotz kleinen Müdigkeits-Fällen zur Mittagszeit kann man sagen, dass wir zumindest bemüht waren, alles mitzunehmen, was wir konnten. Nikolai hat wahrscheinlich am meisten von uns gesehen, denn er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sich alles auf dem Jamboree anzusehen und war bestimmt nicht nur ein Mal auf dem großen Aussichts-Turm.
Nach zehn Tagen stellten wir dann aber doch alle fest, dass so viele Sinneseindrücke auf einmal ziemlich anstrengend sein können und waren dankbar für die Ruhe, die uns auf Gotland erwartete. Doch irgendwas war komisch an den Menschen in Visby. Die Häuser – schön und gut – allesamt in noch altem Baustil erhalten. Aber die Menschen... schauten wir an uns herunter, so fühlten wir uns ein wenig fremd in dem Insel-Städtchen in der Ostsee. Kein Wunder, denn jedes Jahr findet dort die in internen Kreisen bereits bekannte Mittelalter-Woche statt. Nicht nur, dass zahlreiche Menschen aus der Umgebung, ja sogar aus Deutschland angereist waren und sich wie früher angezogen hatten, nein sogar die Mehrheit der Einwohner schien sich schon lange auf diese Woche vorbereitet zu haben. Neben Ruhe, wunderschönen Sonnenauf- und -untergängen, einigen miss- und gelungenen Draußen-Schlaf-Versuchen oder Tagesausflügen erwartete uns eine zutiefst mittelalterliche Stadt. Zum Glück hatten wir hier Räder geliehen. Denn so war es uns auch möglich, das einige Kilometer vom Campingplatz entfernte Treiben der Schein-Zeit auch im Dunkeln anzusehen. Und am Ende kann man schon sagen, dass wir genauso gut auf Gotland hätten bleiben können, so gut hatte es uns gefallen.
Doch zog es uns weiter, in die Hauptstadt Schwedens und somit auch: zurück in die Zivilisation! Zum einen Freude, zum anderen Wehmut begleitete nun unsere Reise, aber das Glück war auf unserer Seite und auch Stockholm begrüßte uns mit offenen Armen und wiederum viel Sonnenschein.
Letzten Endes gelangten wir auch wieder zurück nach Deutschland, wo uns – dezent gesagt – weniger freundliche Busfahrer die Realität weiß machten und uns gleichzeitig, ohne es zu wissen, den Text des Jamboree-Liedes ins Gedächtnis riefen: „...and the change in you means the world is changing too.“
Vorlager mit allen VCP-Trupps
Jamboree
Trupp-Nachtour auf Gotland und in Stockholm
Weitere Informationen:
» offizielle Jamboree-Seite zum 22. World Scout Jamboree
» Vorstellung unseres Trupps auf der Seite des Deutschen Kontingents