Unsere Stellungnahme zur Standortdebatte um die Wald- und Wohltbergschule

Als Kooperationspartner der evangelischen Grundschule in Wolfsburg im Ganztagsangebot sehen wir die Art der öffentlichen Auseinandersetzung im zunehmenden Maße als schädigend für das positive Schulmodell der evangelischen Schule an. Stellungnahmen der Bürgerinitiative mit Vorwürfen wie des Lügenbezichts gegenüber dem Schulträger und der Wolfsburger Verwaltung sorgen nicht für Vertrauen in ein Schulmodell, das bisher erfolgreich und attraktiv nach innen und nach außen wirkte. Diese Demontage des Rufs einer guten Grundschule ist unverantwortlich und muss mit politisch klaren Positionen und Entscheidungen zum eigentlichen Streitobjekt unterbunden werden.

Eine gute Ganztagsschule wird nicht in erster Linie durch einen leicht außergewöhnlichen Standort zu einer qualitativ hochwertigen Schule, sondern vielmehr durch ihr pädagogisches Konzept und durch das Schulkollegium und die Mitarbeitenden im Nachmittagsangebot, die das Konzept authentisch und durchgängig gestalten und leben. Diese inhaltlichen Grundlagen sind zunächst völlig unabhängig vom Standort und sie bedürfen somit auch nicht maßgeblich den Wald als Lern- und Erlebnisfeld für Schülerinnen und Schüler.

Die evangelische Grundschule in Wolfsburg weist ein pädagogisches Bildungskonzept auf, das eine durchgängige ganzheitliche Erlern- und Erlebnisplattform vom Unterricht bis in die Nachmittagsangebote zum Ziel hat. Daran arbeiteten und arbeiten Schulleitung, Kollegium, die Mitarbeitenden des Nachmittagsangebot und der VCP als evangelischer Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverband und Kooperationspartner intensiv und erfolgreich im Interesse, Kindern ein weitreichendes Bildungsangebot zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Derartige Schulkonzepte sind jedoch nicht als Alleinstellungsmerkmal des Bildungsbürgertums zu nutzen, sondern haben den Auftrag mit ihrer positiven Ausstrahlung auch oder genauer besonders in Stadtteilen mit unterschiedlicher sozialer Zusammensetzung im Sinne der Entwicklung von Kindern zu wirken. Dies sicher zu stellen und den jeweiligen sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen, ist Aufgabe der Politik und der Schulverwaltung.

Mit der Überlegung, die Wohltbergschule als zukünftigen Standort der evangelischen Grundschule zu wählen, reagiert die Verwaltung konzeptionell und strategisch auf gesellschaftliche Entwicklungen in der Stadt. Der Schulträger wird sich nach unserem Kenntnisstand dieser inhaltlichen Perspektive mit der Weiterentwicklung des vorhandenen Konzepts unter Einbeziehung der multikulturellen und sozialen Rahmenbedingungen eines Standortes Wohltbergschule offensiv und wie bisher mit der qualitativ hochwertigen Arbeitsweise stellen.

Als evangelischer Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverband wissen wir aufgrund unserer Zugehörigkeit zu einer weltweit agierenden Erziehungsbewegung mit ganzheitlicher Ausprägung um die positive Bedeutung und Einflussnahme multikultureller, interreligiöser und weltoffener Lernfelder durch Begegnungen für Kinder und Jugendliche aller sozialer Lebensräume. Für die Umsetzung von Angeboten des Nachmittagsunterrichts und die weitere Mitarbeit als Kooperationspartner sind wir auch an einem Standort Wohltbergschule durchaus in der Lage, unsere pädagogischen Merkmale mit entsprechend der Ortslage angepassten Methoden einzubringen und würden uns auf diese verantwortungsvolle Herausforderung freuen.

Der Bürgerinitiative sind unsere Argumente und Positionen in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung gestellt worden.

Im Sinne der Stärkung und Aufrechterhaltung der positiven Ausstrahlung der Arbeit der evangelischen Grundschule in Wolfsburg erwarten wir von den Entscheidungsträgerinnen und -trägern die konzeptionell und strategisch geprägten Positionen und Beschlüsse.

 

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